Farbenprächtige City lockt Tausende

Beim Straßenmaler-Festival zeigen die Schüler, was in ihnen steckt. An jeder Ecke der Innenstadt entstehen Kunstwerke.

Von Patrick Nowicki

Eschweiler. Zufrieden waren sie gestern alle: die Organisatoren vom Citymanagement-Verein, die zahlreiche Kinder und Jugendlichen, die in der gesamten Innenstadt Kreidebilder schufen, und auch die Ideengeberin Gerda Zuleger. Die Künstlerin war schon kurz nach dem Startschuss des Straßenmaler-Wettbewerbs begeistert von der großen Resonanz. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ladenlokale in der Innenstadt noch gar nicht geöffnet. Natürlich spielte auch das sonnige Frühlingswetter eine große Rolle, dass Tausende in die Fußgängerzone strömten. Aber es war sicherlich auch die Idee, den grauen Asphalt der Fußgängerzone in eine farbig vernetzte Kunstmeile zu verwandeln, die zahlreiche Neugierige anlockte.

Über 150 Teilnehmer

Die Kreide wurde schnell knapp, als sich die über 150 Schüler am Morgen ans Werk begaben und ihren Ideen freien Lauf ließen. „Farbig vernetzt“ lautete das Thema, jede Gruppe erhielt eine Schwerpunktfarbe – das war es allerdings auch schon mit den Vorgaben. „Die Kinder sollen ihre Kreativität ausleben“, erhoffte sich Gerda Zuleger und wurde bestätigt. Die Gruppe der Bischöflichen Liebfrauenschule vereinte mehrere Schülerideen in drei Straßenbildern, in deren Kern die Verbindungen aller Menschen auf der Welt standen. „Gemeinsam unterwegs“ war auf dem Werk des Städtischen Gymnasiums zu lesen, das ein Flugzeug zeigte. Die Mitglieder der Gruppe „Kids Kreativ“ aus der Evangelischen Gemeinde Weisweiler-Dürwiß, die von Sonja Reitler geleitet wird, schuf fantasievolle Handys auf dem Boden vor der Dreieinigkeitskirche. Alle diese Werke waren miteinander verbunden – mit einem Kreidestrich.

Sämtliche Werke aufzuzählen, würde ganze Zeitungen füllen. Eine Erwähnung verdient, hätten sicherlich alle. Auch die beteiligten Künstler aus Eschweiler ließen sich von der Begeisterung anstecken: Rolf Klotz und Alexander Göttmann gaben den ein oder anderen Tipp. Dies galt auch für Christoph Häfner, der zuvor selbst zur Kreide gegriffen und ein Straßenbild vor der Sparkassenfiliale Marienstraße geschaffen hatte. Der Profi war sichtlich erstaunt darüber, was die Nachwuchskünstler auf die Bodenplatten zauberten.

Außer Konkurrenz entstand ein Kunstwerk auf dem grau-tristen Stromkasten an der Ecke Markt- und Indestraße. Graffiti-Künstler Marcel Prescher sprühte dort mit Unterstützung von Jugendlichen ein farbenfrohes Bild. Diese Idee stammt vom Stadtjugendring Eschweiler, die vom Team der Mobilen Jugendarbeit aufgegriffen wurde. In Zukunft sollen sich weitere Stromkästen der Stadt in Kunstwerke verwandeln.

Wer von Station zu Station spazierte, passierte nicht nur Verkaufsstände, Karussells und Schaustellerbuden, sondern konnte sich auch umfassend informieren. Die Träger der Offenen Ganztagsschulen in Eschweiler sammelten Unterschriften für die Forderung, die Betreuung der Kinder nach dem Unterricht qualitativ zu verbessern und auf finanziell bessere Füße zu stellen. Am städtischen Seniorenzentrum an der Marienstraße stellten Mitarbeiter des Quartiersmanagements vor, wie man die Innenstadt altengerecht gestalten kann. Natürlich kamen vor allem die Kleinen auf ihre Kosten.

Als die Jury, bestehend aus Michael Cremer, Klaus Dieter Bartholomy, Irina Xu, Ralf Walraff und Christoph Häfner, ihren Rundgang am Nachmittag durch die Menschenmenge machte, waren die jungen Künstler in der Innenstadt geschafft. Dass sie jedoch weder durstig, noch hungrig waren, war Sponsoren zu verdanken. Jede Gruppe wurde ausreichend mit Getränken und Essen versorgt. Bei einer Tüte Popcorn lässt sich die kreative Ader schließlich besser ausleben. Bei den Grundschulen heimsten drei Gruppen des Kinderschutzbundes die ersten Plätze ein, bei den älteren Jugendlichen siegte die Liebfrauenschule.

Die Augen der Juroren richteten sich nicht nur auf die Malereien am Boden, sondern auch auf die Dekorationen in und an den Geschäften. Die drei pfiffigsten und in ihren Augen schönsten Präsentationen wurden ebenfalls ausgezeichnet.

Bis zum nächsten Stadtfest im September bleibt dem Citymanagement-Verein noch etwas Zeit. Bis dahin will man sich auch mit der Stadtverwaltung zusammensetzen, wie man die Herausforderungen für die Ehrenamtler bei der Organisation besser schultern kann. Ein Nachfolger für Klaus Dieter Bartholomy als Vorsitzender wurde ebenfalls noch nicht gefunden. Der engagierte Indestädter arbeitet allerdings im Hintergrund weiter mit. Den Entwicklungen in anderen Städten, wo gegen verkaufsoffene Sonntage erfolgreich geklagt worden ist, sieht er für Eschweiler gelassen: „Wir sind uns sicher, dass wir die Kriterien erfüllen, damit die Stadtfeste stattfinden können.“ Konkret bedeutet dies: Nicht der verkaufsoffene Sonntag darf im Mittelpunkt stehen, sondern ein Event. So wie das Straßenmaler-Festival am gestrigen Sonntag...

Als Prämie ein Zuschuss für die Klassenkasse

Die Jury hatte die Qual der Wahl und entschied sich für folgende Platzierungen:

Grundschulen: 1. Platz: Gruppe des Kinderschutzbundes an der Don-Bosco-Schule, 2. Platz: Gruppe des Kinderschutzbundes an der Eduard-Mörike-Schule, 3. Platz: Gruppe des Kinderschutzbundes der Evangelischen Grundschule, 4. Platz: Eduard -Mörike-Schule.

Gruppen mit Älteren: 1. Platz: Bischöfliche Liebfrauenschule, 2. Platz: Evangelische Gemeinde Weisweiler-Dürwiß, 3. Platz: Städtisches Gymnasium Eschweiler, 4. Platz: Gruppe von Künstler Alexander Göttmann.

Der Sieger erhielt 250 Euro für die Klassenkasse. Die weiteren Prämien: 150 Euro für Platz 2, der Drittplatzierte bekam 100 Euro und der Vierte 50 Euro.