Ganz großer Auftritt für kleine Maler

Junge Indestädter zeigen als Straßenmaler beim bestens besuchten Frühlingsstadtfest , wie sie sich Eschweiler anno 2015 vorstellen

Eschweiler. Es war mehr als gut besucht, das Eschweiler Frühjahrsstadtfest. Wenn auch einer nicht da war: der Herr der Heuschrecken und Mehlwürmer. Was so manchen eine kulinarische Mutprobe beim Street-Food-Festival im Auerbachcenter ersparte. Der Insektenkoch hatte sich unmittelbar vor der Abreise nach Eschweiler ein Bein gebrochen. Und so genossen ungezählte Besucher statt gegrillter Heuschrecken eben indische Spezialitäten, syrische Falafel, neuseeländische Pies, Philly Cheese Steaks, Pulled Beef, mexikanische Burritos, Schokocrêpes, ungarisches Langos mit süßem oder deftigem Belang, Jungbullensemmeln, Eisspezialitäten oder Smoothies. Und wer‘s gerne etwas stärker mochte, der griff zum Whiskypunsch-Cocktail.

Rappelvoll waren die Parkplätze am und ums Auerbachcenter, von dem aus ein Shuttlebus die Besucher in die Innenstadt und zurück brachte. Ab 13 Uhr, als die Läden zum verkaufsoffenen Sonntag öffneten und die Händler ihre Stadtfest-Sonderangebote augenfällig in Szene setzten, füllte sich die City zusehends mit Besuchern aus Nah und Fern. Was nicht zuletzt dem frühsommerlichen Wetter zu verdanken war, das dazu beitrug, dass viele Stadtfest-Bummler ihre Jacken im Schrank gelassen hatten und nun dem Rest der Welt einen ersten, aber schon recht umfassenden Überblick über die aktuellen Themenwelten der regionalen Tattoostudios boten.

Die Hauptattraktion des Frühlingsstadtfestes, das unter dem Motto „farbig vernetzt“ stand, war allerdings eine ganz andere: Dutzende von Kindern und Jugendlichen zeigten an vielen Stellen der Innenstadt ihre Talente als Straßenmaler und ließen farbenfrohe Werke entstehen.

Initiiert von der Eschweiler Künstlerin Gerda Zuleger-Mertens, die den kleinen Künstlern auch gerne mit Rat und Tat zur Seite stand, setzten die „Kids“ mit bunter Kreide um, was ihnen ihre Phantasie zum vorgegebenen Thema „Unsere Stadt 2050“ diktierte. Was dabei herauskam, waren ideenreiche, hoffnungsfroh stimmende Szenen eines künftigen Eschweiler – zu schade, dass die kreativen Werke nur von kurzem Bestand sind. Immerhin: Den Stadtfest-Sonntag überstanden sie problemlos – vom angekündigten Unwetter mit Starkregel und Hagel war bis zum Schließen der Läden und damit dem Ende des Stadtfestes um 18 Uhr nichts zu sehen.

Das Citymanagement mit Klaus-Dieter Bartholomy und Hans-Peter Wiesen hatte für die Besten unter den ambitionierten kleinen Malern attraktive Geldpreise ausgesetzt: Preise von 250, 150 und 100 Euro je Kategorie. Und die Jury tat sich nicht leicht damit, die Werke zu bewerten. Monika Kendziora, Irmgard Röhseler, Klaus Kozel und Klaus-Dieter Bartholomy nahmen sämtliche Gemälde intensiv unter die Lupe und ließen sich Zustandekommen und Intention erklären, ehe Bartholomy am späten Nachmittag vor Hunderten gespannter Kinder und Eltern die Gewinner bekanntgab: Das Siegerteam bei den Grundschulen stellt die Don-Bosco-Schule vor der Grundschule Dürwiß. Bei den weiterführenden Schulen siegte die Liebfrauenschule, die darum gebeten hatte, ihre verschiedenen Gruppen gemeinsam zu bewerten. Bei den Offenen Ganztagsschulen landete Weisweiler auf Platz. Platz 2 wurde gleich zweimal vergeben: an die Eduard-Mörike-Schule und die Evangelische Grundschule Stadtmitte. Und auf Platz 1 kam hier die OGS Don Bosco. Auch einige freie Gruppen hatten sich zur Teilnahme zusammengefunden: Hier erreichte die Gruppe um Annika Wiesen Platz 3, das Kinder-Haus St. Josef kam auf Platz 2, und Sieger wurde die Gruppe um Susanne Goerres-Momma.

Aber Sieger waren schließlich alle: Maler, Veranstalter, Stadtfestbesucher. Und vielleicht auch die Verantwortlichen der Stadt, die aus der Vielzahl der Ideen zu „Eschweiler 2050“ vielleicht die eine oder andere aufgreifen...

Von Rudolf Müller

Für die Überlassung des Berichtes danken wir ganz herzlich der Lokalredaktion der Eschweiler Nachrichten und der Eschweiler Zeitung.