Seniorenwoche in der Villa Faensen: Alt und Jung im Dialog

30 junge und ältere Menschen trafen sich in der Villa Faensen zum Dialog. Foto: GeGe/Cem Gökce

Eschweiler Im Rahmen der Seniorenwoche in Eschweiler bot der Verein GeGe Generationen Gemeinsam in Kooperation mit dem Seniorenbeauftragten der Stadt Eschweiler, Peter Toporowski, die Aktion „Alt und Jung im Dialog“ in der Villa Faensen – Haus der Begegnung – an.

  • Der Verein GeGe Generationen Gemeinsam wurde im Frühjahr in Eschweiler zur Förderung der Jugend- und Altenhilfe gegründet. Dem Verein war es gelungen, die Waldschule Städtische Gesamtschule Eschweiler als Partner zu gewinnen. Tatkräftig unterstützt wurde der Verein bei der Organisation des Dialogs von der Schulsozialarbeit der Waldschule.

So trafen sich jetzt 30 junge und ältere Menschen in der Villa Faensen, darunter auch der stellvertretende Vorsitzende des Sozial- und Seniorenausschusses der Stadt Eschweiler, Stephan Löhmann, sowie die Mitglieder des Ausschusses Winfried Pinhammer und Willi Schleip sowie Rebekka Karbig vom Kinderschutzbund Eschweiler. Zunächst zeigte eine Schüler-Band unter der Leitung von Gisela Freialdenhoven, Lehrerin an der Waldschule, ihr Können. Ebenso positiv aufgenommen wurde von den Teilnehmern ein von einer Theatergruppe der Waldschule – ebenfalls unter der Leitung von Freialdenhoven – einstudiertes kurzes Theaterstück, in dem die jungen Leute eindrucksvoll auf Probleme von benachteiligten, auch älteren Menschen in unserer Gesellschaft aufmerksam machten.

Beim anschließenden Kennenlern-Frühstück stand dann zunächst aber das Thema „Schule gestern und heute“ im Vordergrund. Für die älteren Teilnehmer waren die Erfahrungen und Erlebnisse in und mit Schule schon weit entfernte Vergangenheit, für die jüngeren tägliches Erleben, das auch an diesem Tag seinen Tribut forderte: So mussten zahlreiche Schüler auch an diesem Tag noch Prüfungen und Tests absolvieren. „Fast“, so eine Teilnehmerin, „könnte man meinen, dass sich Schule in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert hat“.

Dass dies aber kaum für die Waldschule in Eschweiler gelte, machten deren Schüler deutlich, die über die zahlreichen auch nichtklassischen Schulaktivitäten dort ausführlich berichteten. Dazu gehöre zum Beispiel neben Aktivitäten in den Bereichen „Theater“ und „Musik“ auch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Vereinen und Einrichtungen aus Eschweiler und der Städteregion Aachen, die den Zugang in die „Welt da draußen“ für die jungen Leute öffnen, aber eben diese „Welt“ auch in das schulische Arbeiten und Lernen einbeziehen soll.

Kaum überraschend, dass sich dann im anschließenden Workshop in drei Arbeitsgruppen schon erste konkrete Ideen zur zukünftigen Zusammenarbeit von „Jung und Alt“ herauskristallisierten: So wünschten sich die Teilnehmer vor allem, dass der an diesem Tag begonnene Dialog fortgesetzt wird, um die oft gehörte Forderung nach mehr Zusammenarbeit zwischen jungen und älteren Menschen wirklich mit Leben zu füllen. Denkbar ist demnach auch, dass ältere Menschen stärker als bisher in schulische Aktivitäten direkt einbezogen werden, nach dem Motto „Jung lernt von Alt, aber Alt auch von Jung“. Gerade in den Bereichen Computer, Internet und Neue Medien wurden dazu viele praktische Möglichkeiten diskutiert.

Reichlich Gesprächsstoff für den Dialog zwischen den Generationen würden aus Sicht der Teilnehmer aber auch die neuere Geschichte und die politischen Entwicklungen seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland und Europa bieten, die die Älteren noch aus eigenem Erleben kennen und aus ihrem Alltag vermitteln können, während die Jüngeren häufig leichter den Zugang zu den „großen Themen“ der Zukunft finden und hier in die Lebenswelt der älteren Menschen Brücken bauen könnten.

Doch zukünftig soll nicht „nur“ mehr miteinander geredet werden, sondern der „Dialog der Generationen“ soll auch ganz praktische Ergebnisse haben: Miteinander kochen und essen in der Schule, Spielenachmittage in der Villa Faensen, ein Erzählcafé, aber auch gemeinsam ein Theaterstück einstudieren und aufführen. Gemeinsam soll nun in den kommenden Wochen überlegt werden, wie man diese Anregungen umsetzen kann. „Jung und Alt“ zeigte sich am Ende begeistert, dass man mit dem ersten „Aufschlag“ an diesem Morgen in der Villa Faensen das Motto „Haus der Begegnung“ in die Tat umsetzen konnte.

Für die Band und die Theatergruppe der Waldschule hat der Dialog schon praktische Folgen: Sie wurden bereits eingeladen, bei mehreren Veranstaltungen in den kommenden Wochen mitzuwirken. Kein Wunder, dass sich am Ende der Veranstaltung nicht nur die Vorsitzende des Vereins GeGe Generationen Gemeinsam Klaudia Thelen zufrieden über diese Veranstaltung zeigte. Eine Teilnehmerin fasste den Erfolg so zusammen: „Hier wurde nicht nur über den Dialog der Generationen geredet, sondern er fand tatsächlich statt.“

Für die Überlassung des Berichtes danken wir ganz herzlich der Lokalredaktion der Eschweiler Nachrichten und der Eschweiler Zeitung.