Tag des Ehrenamtes

Am Tag des Ehrenamtes wurde unsere langjährige Schatzmeisterin, Frau Ingrid Haberstumpf, ausgezeichnet. In einer würdigen Feierstunde überreichte die stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Helen Weidenhaupt, die Urkunde und den Stadtteller. Der Vorstand gratuliert herzlich.

Tag des Ehrenamts: „Der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“

Die ehrenamtlichen Helferinnen des Seniorenarbeitskreises St. Bonifatius Eschweiler-Dürwiß sorgten für eine volle Bühne. Foto: Christian Ebener

Eschweiler Um die Bedeutung des Ehrenamts zu ermessen, ist es nur nötig, sich kurz vorzustellen, wie unsere Gesellschaft ohne sie aussehen würde. Keine Breitensportvereine, kaum Kulturveranstaltungen, wenig Aktivitäten für Kinder und nicht zuletzt in der Pflege würden riesige Lücken klaffen.

  • Von Christian Ebener

Die Millionen von Arbeitsstunden, die alleine in NRW pro Monat von Ehrenamtlern geleistet werden, sind unersetzlich oder wie die stellvertretende Bürgermeisterin Ellen Weidenhaupt erklärte. „Der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält!“

Daher ist es gut bekannte Tradition, dass auch in Eschweiler am 5. Dezember der „Tag des Ehrenamts“ gefeiert wird, bei dem zehn Einzelpersonen oder Gruppen für ihren Einsatz geehrt werden, stellvertretend für die vielen Engagierten in der Indestadt. Es ist treffend, dass es wohl eine der wenigen Gelegenheiten ist, in der sich alle Fraktionen mal einig sind, wie Weidenhaupt betonte.

Doch bei der Verleihung im Ratssaal sollte es dauern, bis die Protagonisten wirklich im Mittelpunkt standen. Die Musikschule der Stadt Eschweiler eröffnete unter der Leitung von Matthias Effertz die Veranstaltung und die Saxophonisten um Johannes Flamm nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise. Ebenso durfte die Festrede nicht fehlen, die diesmal etwas sachlicher ausfiel, als Norbert Schallenberg vom St.-Antonius-Hospital in einem Vortrag auf die vielen Vorteile der sportlichen Ertüchtigung hinwies – die gerade in Breitensportvereinen ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht möglich wäre.

Beeindruckendes Engagement im jungen Alter: Lukas Ritgens. Foto: Christian Ebener

Den Reigen der Geehrten durfte dann sogleich der jüngste derer eröffnen. Mit nur 23 Jahren hat Lukas Ritgens so viel Verantwortung auf seinen Schultern, wie es andere kaum erleben. Alleine seine Verdienste würden wohl jeden Rahmen sprengen und konnten – ebenso wie viele andere – in den kurzen Ankündigungen von Ellen Weidenhaupt kaum zusammengefasst werden. Bereits zehn Jahre ist er beim Malteser Hilfsdienst aktiv, ist Bundesdelegierter, etablierte den Sanitätsdienst an der Liebfrauenschule, ist seit einem Jahr Stadtbeauftragter der Malteser und absolviert dieses straffe Programm noch neben seinem Studium. Da musste die Frage erlaubt sein, wann er denn überhaupt schlafe und doch war seine Antwort ganz simpel zu der Belastung: „Es macht einfach Spaß in einer Organisation etwas Gutes zu tun. Eine Führungskraft im Jugendalter bietet so viele Möglichkeiten und ich kann jedem nur ans Herz legen, sich ebenfalls zu engagieren“, so Ritgens gewohnt diplomatisch.

Es folgte ein Alterssprung auf der Bühne mit Elisabeth Hammes und Maria Moritz, die sich seit vielen Jahren um die älteren Mitbürger unserer Stadt kümmern. Sie betreuen kranke Menschen in Hücheln, im Fall von Elisabeth Hammes, und im SBZ Eschweiler, im Fall von Maria Moritz. Einkäufe tätigen, kochen und Angehörige unterstützen sind nur die wichtigsten Aktivitäten und doch nimmt eine andere Rolle eine besondere Bedeutung ein: Sie hören sich die Nöte und Sorgen der Menschen an, die sonst oft alleine sind und durch Erkrankungen aus dem Umfeld gerissen wurden, in dem sie jahrzehntelang lebten. Es ist eine Arbeit, die nicht mit Geld, wohl aber mit dem Gedanken daran vergolten wird, dass man den Menschen eine würdige Zeit gibt am Ende eines langen Lebens.

Auf der Grenze zwischen Leben und Tod liegt auch die Arbeit von Christian Reisgen und dem Verein Lichtblicke. Der Förderverein engagiert sich für krebs- und schwerstkranke Kinder und Jugendliche und kooperierte mit Reisgen im Fall des kleinen Fabios, der gegen Leukämie kämpfen musste und dessen Familie mit den Spendengeldern ermöglicht wurde, Fabio so gut wie möglich zu unterstützen.

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Nachfolger für Heinz-Peter Wiesen gesucht

Während im Ratssaal die Ehrungen stattfanden, bekamen auch die Ehrenamtler, die im Jugendbereich tätig sind, ihr Dankeschön in der Aula Patternhof. Zusammen mit vielen Kindern verbrachten sie einen kurzweiligen Abend, der jedoch durch einen dringenden Aufruf dominiert wurde. Weiterhin sucht Heinz-Peter Wiesen, Vorsitzender des Stadtjugendrings, nach einem Nachfolger, der seine Aufgaben übernimmt.

„Der Stadtjugendring ist viel zu wichtig für uns, als dass er ruhen dürfte“, mahnte der Stadtkämmerer Stefan Kaever, der zuvor die vielen aktiven Ehrenamtler ausdrücklich lobte: „Nicht nur das Aktivsein wird durch sie ermöglicht, sondern auch Fairplay und Solidarität werden vermittelt. Das ist der beste Schutz, den es vor populistischen Parolen gibt.“ Die gute Zusammenarbeit der vielen Insitutionen sei etwas, auf das Eschweiler mit Fug und Recht stolz sein könne.

Ganz andere Arbeit leistet der Partnerschaftsverein, der seit über 20 Jahren den Kontakt zu den Partnerstädten in Wattrelos und Reigate & Banstead hochhält. Zum Dank wurden Lilo Coppeneur-Fröhlich und Hartmut Fröhlich ausgezeichnet, die dafür sorgten, dass die Institutionen und Bewohner Städte – ganz dem europäischen Gedanken verpflichtet – sich besuchten und voneinander lernten.

Gesundheitlich engagierte sich wiederum Marco Buchholz, der im Namen der „Mission Herzrasen“ für kranke Kinder Spenden bei Marathonläufen sammelt und sein Projekt in der ganzen Region bekanntmachte.

Vor Ort bleibt dagegen Johann „Willi“ Schleip: Als ehrenamtlicher Ordnungshelfer in Eschweiler-Ost, Schöffe, Organisator und Vorstandsmitglied bei der Arbeiterwohlfahrt ist er bei vielen Festen in Eschweiler anwesend und operiert öfter auch mal im „Stillen“ zum Gelingen.

Andrea Spix-Esser, Christian Reisgen und Heike Esser kämpfen für Familien mit Schicksalsschlägen (von links). Foto: Christian Ebener

Selbst im hohen Alter war sie noch für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft aktiv. Ingrid Haberstumpf war von ihrer Pensionierung vor 20 Jahren bis zu ihrem 85. Lebensjahr im Vorstand des Kinderschutzbundes aktiv und leistete dort wertvolle Arbeit.

Ebenso sind Lucia Cremer und Annemarie de Lange für den Indestädtischen Nachwuchs aktiv, wenn auch auf andere Art und Weise. Als „Elternschule Storchenbiss“ bereiteten sie werdende Eltern auf den Nachwuchs vor und begleiteten sie in den ersten Lebensjahren.

Richtig voll wurde es auf der Bühne mit den ehrenamtlichen Helferinnen des Seniorenarbeitskreises St. Bonifatius Eschweiler-Dürwiß. Die 13 Damen sind für ältere Menschen in der Pfarre aktiv und organisieren Seniorennachmittage, bei denen man zusammenkommen kann und einfach etwas Ablenkung findet.

Einsatz für ein Eschweiler mit vielen Angeboten: Ursula Dittrich und Klaus-Dieter Bartholomy vom City-Management. Foto: Christian Ebener

Zum Abschluss kamen wieder zwei mehr als bekannte Namen Eschweilers auf die Bühne: Ursula Dittrich und Klaus-Dieter Bartholomy waren lange Zeit im Vorstand des Citymanagementvereins Eschweiler aktiv und haben damit auch den Strukturwandel vor Ort aktiv begleitet. Ob Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, Förderung des Einzelhandels oder als Kämpfer für die lokale Geschäftswelt im Rathaus – sie waren stets Aktivposten im Namen einer lebenswerten Stadt.

Doch das ist eine Beschreibung, die wohl auf alle Geehrten zutrifft, denen so wenige Minuten natürlich nicht umfänglich gerecht werden konnten. Und so kann man nur jeden Eschweiler ermutigen, sich selbst zu engagieren, wo es ihr und ihm beliebt. Auch lohnt es sich so manches mal anzuhalten und „Danke“ zu sagen, an diejenigen, die eigentlich keinen Lohn für ihre Arbeit erwarten.

Für die Überlassung des Berichtes danken wir ganz herzlich der Lokalredaktion der Eschweiler Nachrichten und der Eschweiler Zeitung.